14.02.18

Gut geschlafen?

Von: Gabriele Stotz-Ingenlath

Wie der Schlaf seinen Rhythmus findet und wann Schlafmangel gut ist

von Gabriele Stotz-Ingenlath

Eine innere Uhr regelt unser Schlaf-Wach-Verhalten und unsere Stoffwechselvorgänge. Viele Hormone (Cortison und andere Stresshormone, Schilddrüsenhormone, Geschlechtshormone, Wachstumshormone, Melatonin), der Blutzuckerspiegel, die Körpertemperatur, die Schmerzempfindlichkeit und die Ansprechbarkeit auf Medikamente unterliegen einer Tag-Nacht-Rhythmik. Es gibt sogar tageszeitliche Schwankungen in der Konzentrationsfähigkeit und in den Gedächtnisfunktionen.

Schlafen und Wachen sind dem inneren circadianen Rhythmus untergeordnet. Im Wachzustand sind wir in bewusstem Kontakt mit vielen Umweltreizen, im Schlaf reagieren wir kaum auf diese Reize, es sei denn, es sind Schlüsselreize wie z. B. das Weinen des Säuglings für die Mutter. Unser Körper regeneriert sich in der nächtlichen Ruhephase, was für das Wohlbefinden des Organismus wichtig ist.

Unser Schlaf besteht aus verschiedenen Schlafstadien, die im Lauf der Nacht mehrfach durchlaufen werden. Mit dem EEG kann man die Schlaftiefe messen, die Hirnströme verlangsamen sich, je tiefer man schläft. Ab und zu allerdings treten im Schlaf Phasen auf, in denen es zu sehr schnellen Augenbewegungen (rapid eye movements, sog. REM-Schlafphasen) und zu Zuckungen und Anspannungen z. B. der Gesichtsmuskulatur kommt. Die Weckschwelle ist aber erniedrigt wie im Tiefschlaf, weswegen man beim REM-Schlaf auch von paradoxem Schlaf spricht. Im REM- Schlaf träumt man vermehrt. Alle anderen Schlafphasen nennt man Non-REM-Schlafphasen. (...)

Dr.phil. Dr.med. Gabriele Stotz-Ingenlath, geb. 1963, ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und in Philosophie promoviert. Sie arbeitet in der Ambulanz der Fliednerklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin, ist stellvertretende Leiterin des DGPPN-Referates „Spiritualität und Psychiatrie“ und Mitglied im Bundesverband Deutscher Schriftstellerärzte. 

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