09.02.17

Heiliges Essen

Von: Alexandra Dierks

Über das Abendmahl

von Alexandra Dierks

Mit welchem Beitrag soll man ein Heft zum Thema Essen beginnen lassen? Mit einem Artikel zu Essstörungen? Lieber nicht. Zum Fasten? Zu Speisevorschriften? Wir entscheiden uns für die Betrachtung eines Mahls, das nicht sättigt, aber hohen symbolischen Gehalt hat. Denn es ist ein heiliges Essen, das im Mittelpunkt des christlichen Gottesdienstes steht. Als Teil jeder Messe bei den katholischen Christen, bei evangelischen meist nur einmal im Monat gefeiert. Was die einen als steif und manchmal geradezu beklemmend erleben, ist für andere eine Feier, die sie mit Freude erfüllt und in ihrem Glauben stärkt. Ein Blick auf Geschichte und Bedeutung von Abendmahl und Eucharistie.

„Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk“ (Apg 2,46-47a). So beschreibt der Evangelist Lukas in seiner Apostelgeschichte das Leben der allerersten Generation der Christen. „Brot brechen“ und „Mahlzeiten halten“ steht für die ganz junge Kirche offenbar direkt und gleichberechtigt neben der Teilnahme am Tempelgottesdienst und dem Gotteslob. Christen essen miteinander, und sie feiern ihr gemeinsames Essen als Gottesdienst – anfangs, solange es noch keine eigenen Gebäude für den christlichen Gottesdienst gibt, „hier und dort in den Häusern“. Zum Christentum gehört gemeinschaftliches, gottesdienstliches, heiliges Essen konstitutiv dazu. Wir kennen dieses heilige Essen unter dem neutestamentlichen Namen „Herrenmahl“ (griechisch: kyriakon deipnon) oder „Brotbrechen“. In der evangelischen Tradition hat sich der Name Abendmahl eingebürgert; in der katholischen insbesondere die Bezeichnung Eucharistie. (...)

Dr. Alexandra Dierks, geboren 1968, ist Militärpfarrerin in Wunstorf.

 

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