09.08.17

Mit dem Teufel ringen

Von: Martin Krarup

Luthers Krisen

von Martin Krarup

Im Luthersommer des Lutherjahres stellen wir Luthers Krisen an den Anfang dieses Heftes. Dass das Leben des viel gerühmten Reformators krisenreich war, ist bekannt. Erstaunlich ist jedoch, welche Art von Krisen Luther am meisten zu schaffen machten.

Martin Luthers Lebenszeit seit dem Streit um den Ablass empfanden nicht nur der Augustinermönch, sondern auch viele seiner Zeitgenossen als eine einzige Krise. Gegner und Anhänger stimmten darin überein, dass die durch ihn angestoßene Bewegung eine historische Umwälzung ausgelöst habe – übrigens nicht im Sinne des Beginns einer neuen Zeit, sondern eher als der Anfang vom Ende der Welt.1 Diese äußere Krise und ihre Deutung durch Luther bewirkten, dass der Reformator auch spirituell immer wieder krisenha? e Episoden erlebte, die sich nur schwer abgrenzen lassen.2 Sein Gemütszustand schwankte stark und wurde von seinen körperlichen Gebrechen mitbestimmt. Die folgenden Ausführungen beanspruchen nicht, einen Überblick über die Krisen im Leben Luthers zu geben, ich stelle vielmehr einige Überlegungen an, was die Entstehung und die Bewältigung dieser Krisen angeht. (...) 

Dr. Martin Krarup, geboren 1966, ist promovierter Kirchengeschichtler. Der Pfarrer der Ev.-lutherischen Landeskirche Hannovers ist Superintendent des Kirchenkreises Buxtehude.

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