Diese und weitere Themen finden Sie in der Ausgabe 2/12

Was unterscheidet christliche Mystik von populärer Esoterik?

Vielen Christen ist der Esoterik-Boom ein Dorn im Auge. War Götzendienst nicht schon im alten Israel verboten? Hat Jesus nicht böse Geister in eine Herde Säue geschickt? Schaut man sich die Sachlage etwas genauer an, wird eine Beurteilung schwieriger. Denn ohne Zweifel wirkt Gottes Geist auch außerhalb kirchlicher Räume. Und wenn Paulus von der dynamis, der Kraft Gottes schwärmt: Worin unterscheidet sich diese von esoterischen Energievorstellungen? Wörtlich übersetzt meint esoterisch „zum inneren Kreis gehörig“. Damit sind Personen gemeint, die über geheimes Wissen verfügen. Aber auch Christen werden als Verwalter der Geheimnisse Gottes bezeichnet (1 Kor. 4)! Und es gehört Übung dazu, die Gegenwart des verborgenen Gottes wahrzunehmen. Ist das schon esoterisch?

Leseprobe

„Dunkle Nacht“ und Depression.

Wesentliches Merkmal geistlichen Lebens in jüdisch-christlicher Tradition ist, dass es eine geschichtliche bzw. biografische Entwicklung beschreibt. Entwicklung, Wachstum, Reifung, Unterwegssein, Fortschreiten, Pilgerschaft, Aufstieg, Dynamik – diese Begriffe gehören zu christlicher Spiritualität unbedingt dazu. Genau wie die Krise. Der geistliche Weg ist ein Weg der Wandlung, und Krisen sind deshalb keine „Betriebsunfälle“, sondern normaler, ja notwendiger Bestandteil eines Entwicklungsprozesses. Das wusste schon Johannes vom Kreuz († 1591), der den Begriff der „dunklen Nacht“ prägte.

Leseprobe

Die „Familien-Retter“ sind unterwegs. Das Lob der Familie als „Keimzelle der Gesellschaft“ wird wieder überall gesungen – leider nicht nur in christlichen, sondern auch in rechten Kreisen. Hat eigentlich Jesus selbst die Familie „hoch gehalten“? Und was kann man tun, damit das Lob der Familie nicht ideologisch gekapert wird? (S. 44)

Und neben vielen weiteren Themen:

Sehnsucht nach dem Anderen. Ein Klosteraufenthalt ist mehr als fromme Wellness. (S. 36)

Imaginationen. Spirituelle Erfahrung im psychotherapeutischen Prozess (S. 30)