20.02.10

Warum Sex Paaren guttut

Von: Hans-Joachim Maaz

Sex ist in manchen Ehen das große Glück, in anderen ein Feld ständiger Auseinandersetzungen. Als Vorwand für die Austragung tieferer Konflikte bietet sich Sex besonders an, weil er so körperlich und so emotional ist, dass es leicht zu Irritationen kommt. Auf diese Weise wird aber auch eine wesentliche Grundlage guter Partnerschaft belastet oder gar zerstört. Ein Plädoyer für das therapeutische Potential guter Sexualität.

Nenuphar / photocase

Von Hans-Joachim Maaz

In meiner psychotherapeutischen Praxis habe ich keinen einzigen Menschen kennen gelernt, der über psychische, psychosomatische und Beziehungsprobleme geklagt hätte, ohne auch an sexuellen Störungen zu leiden. Bei jeder funktionellen Sexualstörung – die vorwiegend organisch verursachten ausgenommen – lassen sich entsprechende intrapsychische und interpersonelle Konflikte finden. So wird man die meisten Sexualstörungen vorwiegend psychotherapeutisch behandeln können und müssen. Wichtig ist nur, dass in der Therapie auch die körperliche Dimension der Sexualität und die Beziehungsdimension hinreichend Berücksichtigung finden. Neurotische Konflikte behindern die sexuelle Entspannung, während regelmäßige sexuelle Entspannung auch Energien abführt, die dann nicht mehr zur neurotischen Konfliktverarbeitung zur Verfügung stehen. Es stimmt die Formel: je mehr guter Sex, desto weniger Neurose – je weniger Neurose, desto besser der Sex. Es lohnt sich, diesen Zirkel zugunsten der sexuellen Entspannung zu beeinflussen!